3+1 Tipps zu Thema, Titel, Forschungsfrage

Das neue Jahr ist da und mit ihm ein neuer Schwung Studierender, die sich mit ihrer Abschlussarbeit befassen: Willkommen!

Aller Anfang dreht sich meist um den Dreiklang „Thema – Titel – Forschungsfrage“ und dazu möchte ich heute gerne ein paar Tipps geben.

  1. Das Thema nicht zu eng eingrenzen, aber auch nicht zu weit halten.
    Was interessiert Sie? Worum soll sich die Arbeit drehen? In welchem Themenbereich wollen Sie schreiben? Was hat das mit dem Studium zu tun? Wer kann und soll das betreuen? Wer hat dazu schon geforscht? Welche Probleme in dem Bereich sind gelöst, welche offen?
    All das sind Fragen, die Sie sich stellen sollten, um Ihr Thema einzugrenzen. Dabei müssen Sie darauf achten, dass Sie einem Problem auf der Spur sind (ohne Problemstellung kein richtiges Ziel der Arbeit), dessen Lösung nicht trivial oder bereits erfolgt ist (zu wenig) oder sich in ein Lebenswerk entwickeln wird (zu viel). Mit der Themenfindung schaffen Sie den Rahmen, in dem Sie Ihre Bachelor- oder Masterarbeit schreiben wollen.
  2. Titel und Forschungsfrage gemeinsam entwickeln und verfeinern.
    Das Thema ist nicht notwendigerweise auch sofort der Titel. Titel ist das, was Sie anmelden und was auf Ihrem Deckblatt steht. Das ist häufig feiner als die Überlegung zum Thema. Oder anders ausgedrückt: wenn auf dem Deckblatt einer Arbeit ein Themenbereich steht (z. B. „Anwendung von traditionellen Marketing-Instrumenten bei TikTok“), fragen sich viele Dozierende schon an der Stelle, wie präzise Sie wohl gearbeitet haben. Der Titel sollte das Problem, den Kontext und in manchen Fällen sogar den Lösungsweg offenbaren („Kriterien zur Übertragung traditioneller Marketing-Instrumente in Soziale Medien – eine Inhaltsanalyse am Beispiel von Fashion Brands auf TikTok“). So ein Titel entsteht auch nicht einfach so in einem Wurf, sondern im Zuge der Recherche nach einer (beantwortbaren, aber noch unbeantworteten!) Forschungsfrage.
    Zur Forschungsfrage kommen Sie, indem Sie ganz viele Fragen testen und immer weiter eingrenzen: Was wird gemacht? Warum ist das ein Problem? Wo genau liegt das Problem? Wie kann man es fassen? Wer hat es schon gelöst? Wie? Gibt es strategische Lösungen? Wie kann ich die erheben? Usw. Im Zuge dessen kristallisiert sich immer mehr das Thema und im selben Prozess auch die genaue und umfassende Forschungsfrage heraus („Anhand welcher Kriterien lässt sich beurteilen, welche Marketing-Instrumente wie in einem sozialen Medium wie TikTok erfolgreich einsetzbar sind?“)
  3. In einem Exposé die Zusammenhänge für sich selbst und andere verdeutlichen
    Um zu sehen, ob das Konstrukt trägt, und um es einer Betreuungsperson „zu verkaufen“ (an vielen Hochschulen ist es schwierig, Betreuende mit eigenen Themen zu überzeugen), sollten Sie ein Exposé anfertigen. Danach wissen Sie, ob Ihr Thema machbar ist und bekommen schon erste Rückmeldungen zu wissenschaftlichen Kriterien wie Gliederung oder Zitation.
    Mehr Infos zu Ausgangssituation und Problemstellung im Exposé gibt es in diesem Blogbeitrag.
Thema-Titel – Forschungsfrage

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