Programm-Tipp: Citavi

Literaturverwaltung mit Citavi

In a Nutshell

Citavi gehört seit 2023 zum Softwareunternehmen Lumivero (vorher: QSR International, bekannt durch die Analyse-Software NVivo). An der Kernfunktion für dich als Studierende:r ändert das nichts – mit Citavi 7 sind aber neue KI-Funktionen dazugekommen, die wir dir in einem eigenen Artikel vorstellen.

Citavi ist die meistgenutzte Literaturverwaltung im deutschsprachigen Raum – intuitiv bedienbar, mit eigener Online-Recherche und Publikationsassistent, aber nur für Windows. Seit 2023 gehört Citavi zu Lumivero; mit Citavi 7 sind neue KI-Funktionen dazugekommen (mehr dazu in unserem Citavi-7-Artikel).

Für wen sich Citavi eignet

Citavi ist ein Kaufprogramm – eine kostenlose Version mit eingeschränktem Funktionsumfang gibt es inzwischen nicht mehr. Prüfe also, ob deine Hochschule dir einen Zugang zur Vollversion anbietet. Dafür ist Citavi intuitiv bedienbar und deckt genau das ab, was du für deine Abschlussarbeit brauchst. Ein Nachteil bleibt: Es läuft nur unter Windows, eine Mac-Version gibt es nach wie vor nicht.

Quellen sammeln und recherchieren

Für die Datenerfassung gibt’s den Citavi Picker, der sich in Browser, Word und Acrobat Reader aktivieren lässt: Gib die ISBN ein, und Citavi zieht sich die restlichen Angaben automatisch aus dem Internet. Noch praktischer: Unter „Recherchieren“ durchsuchst du direkt aus Citavi heraus europäische Datenbanken wie den Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) und übernimmst Treffer mit einem Klick, inklusive Angabe, wo du das Werk vor Ort ausleihen kannst. Seit Version 5 gibt’s zusätzlich eine Volltextsuche, mit der du prüfen kannst, ob ein Artikel frei online verfügbar ist.

Mehr als Verwaltung: Organisieren und Schreiben

Citavi ist mehr als reine Quellenverwaltung: Du kannst eigene Gedanken und Ideen festhalten, Aufgaben planen (zum Beispiel, wann ein Buch zurück in die Bibliothek muss) und alles miteinander verknüpfen – etwa einen Abgabetermin direkt bei der passenden Quelle notieren, der dann automatisch in deiner Aufgabenplanung auftaucht. Beim Schreiben selbst hilft dir der Publikationsassistent: Er fügt in deinem Textdokument Platzhalter statt fertiger Zitate ein und erstellt am Ende automatisch – je nach gewähltem Zitationsstil – Fußnoten oder In-Text-Zitationen sowie ein passend formatiertes Literaturverzeichnis.

Was der Kauf durch Lumivero für dich bedeutet

Citavi gehörte ursprünglich zu Swiss Academic Software, wurde 2021 von QSR International (bekannt durch die Analyse-Software NVivo) übernommen und ist seit 2022 Teil von Lumivero – finanziert von der Private-Equity-Firma TA Associates. Das ist mehr als eine Randnotiz: Private-Equity-Eigentümer haben in der Regel klare Wachstums- und Renditeziele, das kann sich langfristig auf Preisgestaltung, Funktionsumfang oder Datenverarbeitung auswirken.

Konkret zum Datenschutz: Lumivero betont zwar, dass die eigenen Tools „unter Wahrung der Daten“ arbeiten – belastbare, öffentlich dokumentierte Informationen zur konkreten DSGVO-Compliance liegen uns aber nicht vor. Willst du auf Nummer sicher gehen, prüf vor allem bei Cloud-Funktionen (die mit Citavi 7 dazugekommen sind) die aktuellen Datenschutzrichtlinien, und frag im Zweifel bei der IT deiner Hochschule nach, was bei einer Campuslizenz gilt.

Das heißt nicht, dass du Citavi deswegen meiden solltest – aber es lohnt sich, bei jedem Tool zu wissen, wem es gehört und wovon das Unternehmen lebt, nicht nur, was es kann.

Lies auch: Die Grundidee hinter dem Zitieren — direkt vs. indirekt zitieren, Fehler und Hervorhebungen korrekt kennzeichnen

FAQs

Nein, die kostenlose Version mit Basis-Funktionsumfang wurde eingestellt. Prüfe, ob deine Hochschule dir einen Zugang zur Vollversion anbietet.

Nein, Citavi gibt es bislang nur für Windows. Mac-Nutzer:innen greifen meist zu Alternativen wie Zotero. Oder versuchen sich an Citavi Web.

Citavi 7 hat neue KI-gestützte Funktionen bekommen, etwa zur automatischen Literatursuche und Auswertung von PDFs. Mehr dazu findest du in unserem separaten Artikel zu Citavi 7 mit KI.