Wer will hier eigentlich was?

Klar, Sie wollen eine wissenschaftliche Arbeit schreiben. Irgendwie, aber möglichst gut.

Aber leider reicht dieser Wunsch allein nicht für ein erfolgreiches Ergebnis aus. Einige Menschen haben Erwartungen an Sie, denen Sie gerecht werden müsse oder sich bewußt dagegen entscheiden. Und schließlich haben Sie selbst ja auch noch eine Vorstellung davon, wie die ganze Sache ausgeht.

Was also sollten Sie berücksichtigen?

Bei einer realistischen Betrachtung müssen Sie sich einigen Fragen stellen:

  • Welche anderen Verpflichtungen haben Sie, sei es beruflich oder privat/familiär?
  • Wieviel Zeit in der Woche bleibt tatsächlich für Ihre Arbeit (und damit meine ich Zeit, in der Sie auch konzentriert arbeiten können, nicht sowas wie „Jeden Abend ab 23 Uhr, wenn die Kinder im Bett sind“)?
  • Steht noch der gesamte mögliche Bearbeitungszeitraum zur Verfügung oder ist bereits Zeit mehr oder weniger ungenutzt ins Land gegangen?
  • Sind Sie Muttersprachler in der Sprache, in der Sie schreiben, oder müssen Sie Zeit einplanen, um Übersetzungen anzufertigen?
  • Liegt es Ihnen, zu schreiben, oder sind Sie eher ein Pragmatiker, der seine Aussagen in Stichworten äußert. Oder – auch nicht optimal – brauchen Sie drei Sätze, um zu beschreiben, was sich in einem sagen ließe?
  • Haben Sie Lust, sich mit einem Thema Ihrer Wahl beziehungsweise dem vorgegebenen zu befassen und ausgiebig einzuarbeiten, oder zählt am Ende nur, dass Sie bestehen?

Wenn Sie noch nicht genau wissen, wie Sie eigentlich zu Ihrer Arbeit stehen, dann melden Sie sich für die kostenlose Mindset-Challenge vom 9.-14. Dezember 2019 an!

Je nach Ihrer Antwort kommen verschiedene Ergebnisse in Frage, die Sie anpeilen können. Je besser Sie wissen, worauf Sie hinauswollen, desto eher können Sie sich motivieren und Ihre Zeit und Ihre Kräfte gut einteilen.

1. Abschlussarbeit für Überflieger, wenn es die Eins sein muss.

Wenn Sie beispielsweise Ihre Diplomarbeit als Eintrittskarte in einem engen Arbeitsmarkt nutzen wollen, dann müssen Sie sich natürlich spezialisieren, durch besondere Ideen ins Zeug legen, neue Erkenntnisse im Speziellen gewinnen, Theorie und Praxis abgleichen, einen Schritt zurückgehen und erfassen können, was Sie da erarbeitet haben

Sind Sie in der Lage, eine relevante Frage zu stellen, Ihr Umfeld auszuloten, die passenden theoretischen Grundlagen zu erarbeiten, diese mit dem, was Sie etwa in einer Befragung selbst herausfinden, analytisch zu vergleichen und am Ende zu einer überzeugenden Antwort zu gelangen? Dann können Sie auf eine gute Bewertung spekulieren.

Dass dazu die äußere Form der Arbeit sowie die sprachliche Ausarbeitung ebenfalls auf hohem Niveau stattfinden müssen, versteht sich von selbst. Zu beachten ist auch, dass Untersuchungen und Studien – solche, die Sie selbst durchführen wie auch jene, die Sie einkaufen wollen – Zeit und Geld kosten, je größer Ihr Engagement wird, desto höher werden voraussichtlich auch die Kosten der Arbeit werden.

2. Hauptsache schnell fertig!

Wenn Sie aufgrund äußerer oder innerer Zwänge – die Frist läuft in zwei Wochen ab, Ihr neuer Job beginnt zum nächsten Ersten, Sie wollen Ihre Zeit nicht mit Ihrer Arbeit vergeuden – all diese Schritte, die »Streber« unter 1. durchmachen müssen, vermeiden wollen, sind Sie hier richtig. Sie sollten dennoch die wichtigsten Grundlagenwerke herausfinden, um sich zum Thema zu informieren und die Theorie zu beschreiben, eine Übertragung auf tatsächliche Gegebenheiten unternehmen, selbst wenn dieser nicht im klassischen Sinn empirisch ist, sondern beispielsweise auf einer Internetrecherche beruht, zu Erkenntnissen über die Zusammenhänge von Forschungsfrage, relevanter Theorie und dem von Ihnen einbezogenen Umfeld kommen.

Wenn dies sprachlich verständlich und grafisch ansehnlich geschieht, sollte es an vielen Hochschulen in diesem Lande ausreichen, um zu bestehen. Vorsicht aber, die Ansprüche der anderen Beteiligten, zum Beispiel der Betreuenden, können hier querschießen, also versuchen Sie, die geistige Low-Budget-Version so zu planen, dass Ihre individuellen Einflussnehmer zufrieden – oder mindestens nicht gar zu unglücklich – sind.

3. Das Dazwischen

Unter 1. und 2. sind die maximal und minimal zu erbringenden Leistungsansätze skizziert worden, alles dazwischen kann gut sein für den Zweier- oder Dreier-Bereich. Dabei können Sie Abstriche bei der Weite der Literaturrecherche machen, sich einer nur einfachen Befragung hingeben oder auch in der Auswertung von den statistischen Möglichkeiten kompletter Analysen absehen. Es wird viele Weggabelungen geben, an denen Sie es sich leicht oder schwer machen können. Wenn Sie nicht um Ihr Bestehen bangen wollen, sollten Sie sich das ein oder andere Mal für den schwereren Weg entscheiden.

(Texte teilweise aus „Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies„, Weber, 2017)

 

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