Fußnoten vs. Amerikanische Zitierweise

Besser in Fußnoten oder im Text zitieren?

In a Nutshell

Beide Zitiersysteme sind gültig – Fußnoten stören den Lesefluss am wenigsten, die amerikanische Zitierweise ist platzsparender und in wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fächern üblich. Wichtiger als die Wahl ist: ein System durchgehend nutzen, sofern dein Lehrstuhl nichts vorgibt.

Oft wird den Studierenden vorgegeben, wie sie die Quellen in der Arbeit belegen sollen. Und fast jeder Lehrstuhl stellt ein PDF oder eine Schreibvorlage bereit, aus der hervorgeht, welcher Zitationsstil zu verwenden ist. Mitunter wird dann aber die Wahl gelassen, ob das in Fußnoten (traditionell deutsch) oder in der im anglo-amerikanischen Raum häufiger vertretenen Art in Klammern im Text umgesetzt werden soll. 

Vor- und Nachteile von Fußnoten

Fußnoten stehen unter dem Text oder (selten in wissenschaftlichen Arbeiten) als Endnoten an dessen Ende. Das bedeutet, dass sie den Lesefluss nicht stören. Allerdings können Fußnoten im Vollbeleg – zum Beispiel „Nachname, Vorname: Titel, Erscheinungsort Jahr, S. XY.“ – nicht nur eine, sondern häufig sogar zwei und mehr Zeilen „fressen“, was bedeutet, dass das Zitieren mit Fußnoten in aller Regel mehr Platz in Anspruch nimmt.

Im Kurzbeleg sollte eine Fußnote normalerweise mindestens ausweisen, ob das Zitat direkt oder indirekt ist (im letzten Fall wird ein „Vgl.“ vorangestellt), von wem es stammt, aus welchem Jahr und auf welcher Seite der zitierte Inhalt zu finden ist. In manchen Zitationsarten findet sich statt der Jahresangabe – oder zusätzlich dazu – ein so genannter Kurztitel, der auf den Namen des Buchs oder Artikels verweist.

Vor- und Nachteile von In-Text Zitation

Amerikanisch zitieren geschieht im Text und kann sehr kurz ausfallen (Name Jahr: Seitenzahl). Du solltest aber unbedingt beachten, dass es nicht DIE amerikanische Zitierweise gibt, sondern verschiedene Institutionen eigene Richtlinien entwickelt haben – Harvard, APA und MLA unterscheiden sich im Detail, ein guter Überblick dazu findet sich bei Purdue OWL. Außerdem kann es vorkommen, dass Lehrstühle Elemente wie „Vgl.“ bei indirekten Zitaten auch in der Klammer sehen wollen (was es in den Originalvorgaben von Harvard, APA oder MLA nicht gibt) und damit einen eigenen Mix kreieren.

Fazit: Konsequenz zählt mehr als der perfekte Stil

Wichtig ist, dass du dich für eine Art entscheidest (sofern du das darfst) und die konsequent beibehältst. Bei der Verwendung eines Literaturverwaltungsprogramms (auch schon bei der schlichten Ausführung, die in Word integriert ist) solltest du einen passenden Zitationsstil auswählen, damit Formatierung und Interpunktion einheitlich sind.

Kriterium Fußnoten In-Text (amerikanisch)
Lesefluss im Text ungestört kann bei vielen Zitaten zerstückelt wirken
Platzbedarf höher (Vollbeleg) gering
Verbreitung v. a. geisteswissenschaftlich, DACH v. a. wirtschafts-/sozialwissenschaftlich
Formatierungsaufwand etwas höher gering, aber Stil-Varianten beachten

Lies auch: Die Grundidee hinter dem Zitieren — direkt vs. indirekt zitieren, Fehler und Hervorhebungen korrekt kennzeichnen

FAQs

Nein – ein Zitierstil sollte konsequent durchgehalten werden. Ausnahme: Deine Prüfungsordnung oder dein:e Betreuer:in gibt explizit etwas anderes vor.

Das steht meist in der Prüfungsordnung oder den Leitfäden des Fachbereichs – im Zweifel direkt bei der Betreuung nachfragen, bevor du dich für einen Stil entscheidest.